
Was leistet ein Heritage-BIM-Modell im Arbeitsalltag einer Denkmalbehörde – und was braucht es dafür?
Auf Grundlage eines 3D-Laserscans des SWA-Turms – durchgeführt von Dimension3 – wurde am Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege ein Heritage-BIM-Modell erstellt und schrittweise mit bauforschenden Befunden angereichert. Das Modell diente dabei nicht nur der digitalen Bestandsdokumentation, sondern auch als Experimentierfeld: Erprobt wurde, wie ein solches HBIM-Modell im Arbeitsalltag einer Denkmalbehörde praktisch eingesetzt werden kann – von der Frage nach geeigneten Workflows über Dateiformat und Speicherort bis hin zu Zugriffsrechten und Pflegeaufwand.
Im Mittelpunkt stand damit weniger die technische Perfektion als die alltägliche Handhabbarkeit: Wie einfach lässt sich ein solches Modell erstellen, fortschreiben und mit anderen teilen? Welche Informationen – zum Bauzustand, zu Materialien, zu denkmalpflegerischen Bewertungen – lassen sich sinnvoll integrieren? Und was braucht es institutionell, damit digitale Erfassungsmethoden nicht im Projektalltag versanden, sondern dauerhaft nutzbar bleiben?
Eine der größten Hürden liegt jedoch im hohen manuellen Aufwand bei der Modellierung komplexer und unregelmäßiger historischer Geometrien. Auf Seiten der Behörde braucht es dafür nicht nur die technische Infrastruktur, sondern auch personelle Ressourcen, die das Modell kontinuierlich betreuen und weiterentwickeln: leistungsstarke Hardware für das Verarbeiten großer Punktwolken, eine flüssige Navigation in datenintensiven Modellen sowie die Berechnung komplexer Simulationen und Renderings, ebenso wie die passenden Softwarelizenzen und eine kontinuierliche Schulung des Fachpersonals. Ohne das bleibt der Datenschatz ungenutzt – ein Phänomen, das in der Praxis häufig zu beobachten ist: Das BIM-Modell existiert, doch die beteiligten Gewerke zeichnen weiterhin in 2D und greifen nicht darauf zurück. Die eigentliche Herausforderung liegt damit weniger in der Technik als in der institutionellen Einbettung: Wer pflegt das Modell? Wer hat Zugriff? Und wer sorgt dafür, dass es tatsächlich genutzt wird?
Diese und weitere Fragen rund um die digitale Erfassung von denkmalgeschützten Infrastrukturen haben wir uns im Mai 2025 beim Meet and Greet „Von Punkt und Wolken: Digitale Strategien für die Denkmalpflege" gemeinsam mit Experten und Expertinnen aus Wirtschaft, Wissenschaft und Denkmalbehörden gewidmet.
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