Bei dem heute noch bestehenden Gebäude handelt es sich um einen stattlichen, traufseitig zur Hauptstraße orientierten Krüppelwalmdachbau mit zwei Vollgeschossen, der um 1906 errichtet wurde. Der Baukörper ist klar proportioniert und wird durch eine schlichte barockisierende Putzgliederung gegliedert. Die Fassadengestaltung wird durch Trauf- und Giebelgesimse sowie eine Eckquaderung akzentuiert. Die regelmäßig angeordneten, mehrteiligen Sprossenfenster sind mit Brettläden versehen und von neubarock gestalteten Faschen eingefasst, was dem Gebäude einen repräsentativen Charakter verleiht.

An der rückwärtigen Gebäudeseite befindet sich ein zweigeschossiger, risalitartiger Abortanbau, der noch in wesentlichen Teilen seine bauzeitliche Ausstattung, zumindest im Erdgeschoss, bewahrt hat. Dieser funktionale Anbau stellt ein wichtiges Zeugnis der ursprünglichen Nutzung und der sanitären Standards der Entstehungszeit dar.

Ursprünglich als Wohnhaus geplant, diente das Gebäude ab 1913 bis 1951 als Gendarmerie- und Landpolizeistation. In dieser Zeit beherbergte es ein Dienstbüro, eine Arrestzelle sowie drei Dienstwohnungen. In seiner Funktion als Gendarmerieposten war das Gebäude nicht nur für den Ort Egling zuständig, sondern für ein größeres Umland mehrerer Gemeinden, was seine überörtliche Bedeutung unterstreicht. Das Gebäude ist in der Denkmalliste als Wohnhaus, wohl ehemalige Polizeistation, eingetragen und steht exemplarisch für die heute selten erhaltenen ländlichen Gendarmerieposten in Bayern.

Auszug aus dem Interdisziplinären Masterprojekt: Bestandsanalyse und Instandhaltungskonzept Alte Gendarmerie Egling, Studierende: Florian Boisseree, Moritz Dalheimer, Johannes Grundler, Leonie Pfeil, THA Augsburg 2025

Historischer Eingabeplan
Historischer Eingabeplan © Gemeinde Egling
Historischer Eingabeplan
Historischer Eingabeplan © Gemeinde Egling